Preisverleihung des Deutschen Bürgerpreises für Schleswig-Holstein

"Vielfalt fördern - Gemeinschaft leben"

Seine Lebensleistung ist beeindruckend: Der Kieler Egon Mordhorst (77) engagiert sich seit 1985 für die Gleichstellung und Inklusion homosexueller und transsexueller Menschen im Kieler Verein Haki, seit 1980 beim Blauen Kreuz und zudem in der Suchtkrankenhilfe. Sein Einsatz bei Haki hat nach wie vor an Aktualität nichts eingebüßt, war damals aber noch ungewöhnlich und erforderte besonderen Mut. Für seine Initiative bekam Mordhorst jetzt den Deutschen Bürgerpreis für Schleswig-Holstein in der Kategorie "Lebenswerk".
„Ich wollte nie jemand anderes sein als der, der ich bin“, zitierte Laudatorin Monika Peters, Verbandsdirektorin der schleswig-holsteinischen Volkshochschulen, den Preisträger. „Authentisch zu sein und anderen dabei helfen, sich zu sich selbst zu bekennen, sei das Verdienst Mordhorsts. „Er ist ein Verfechter für die Vielfalt im Lande.“

Bereits vor elf Jahren haben die schleswig-holsteinischen Sparkassen und der Sozialausschuss des Landtages den Bürgerpreis nach Schleswig-Holstein geholt und ihn jetzt gemeinsam an die Preisträger des Jahre 2014 vergeben. "Vielfalt fördern – Gemeinschaft leben“ lautet das Motto des Wettbewerbs, der allein in Schleswig-Holstein in diesem Jahr 96 Bewerbungen fand.


Eine 14-köpfige Jury wählte drei Preisträger aus: Neben Mordhorst die Aktion „Glinde gegen rechts“, eine Bürgerinitiative gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus  mit Mahnwachen, Demonstrationen und Veranstaltungen in Glinde aufgrund eines Ladens, der mit seinem Angebot das rechtsextreme Publikum bedient. „Diese Zivilcourage brauchen wir“ lobte Samiah El Samadoni, Bürgerbeauftragte und  Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Schleswig-Holstein, die Aktionen der Glinder und deren Mut, sich Anhängern der rechten Szene von Angesicht zu Angesicht entgegenzustellen. Sie seien im wahrsten Sinne Helden und erhielten so folgerichtig den Bürgerpreis in der Kategorie „Alltagshelden“.


In der dritten Kategorie „U 21“ fiel die Wahl der Jury auf das Engagement unter dem Namen „alleineinboot“ aus Bad Segeberg. Die jugendlichen Initiatoren im Alter zwischen 16 und 24 Jahren widmen sich Begegnungsmöglichkeiten zwischen Flüchtlingen und Einheimischen, fördern den interkulturellen Austausch und machen auf das Thema Integration aufmerksam – kurz, sie möchten alle in ein gemeinsames Boot holen.
Die Preise wurden übergeben von Landtagspräsident Klaus Schlie und Reinhard Boll, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Schleswig-Holstein. Beide lobten die Vielfalt der Bewerbungen und das alle vereinende ehrenamtliche Engagement.
„Die Sparkassen haben sich auf die Fahnen geschrieben, nahe bei den Menschen zu sein – das entspricht dem Bild des Ehrenamtes. Wir sind der Region verbunden und wollen, dass diese sich nachhaltig entwickelt“, so Boll im Rahmen der Preisverleihung. Begeistert zeigte sich Boll auch über die hohe Qualität der eingereichten Engagements. Und: Der Bürgerpreis werde von den Sparkassen des Landes auch in den nächsten Jahren gefördert. Landtagspräsident Schlie betonte: „Das Land wäre ohne ehrenamtliche Arbeit seiner Bürger gesellschaftlich sehr viel ärmer. Die Preisträger stehen für all die Menschen in unserem Lande, die jeden Tag Gutes tun.“ Zum Schluss gab es noch eine weitere gute Nachricht: Die beiden Preisträger „U-21“ und „alleineinboot“ seien auch nominiert für die Bundesauswahl und haben es damit unter die ersten drei geschafft," so Gyde Opitz, Leiterin Gesellschaftliches Engagement im Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein und Jurymitglied auf der Bundesebene. Ob es für einen ersten Platz reicht, zeigt sich bei der Preisverleihung am 3. Dezember in Berlin. Bis dahin heißt es "Daumen drücken"!