Die Musik kommt ins Dorf

Mit kunterbuntem „musiculum-Mobil“ soll flächendeckend mehr Interesse für Musik geweckt werden

Eine ungewöhnlich Taufe wurde am 11. Januar in Kiel vollzogen: Täufling war ein Kleinbus namens „musiculum-Mobil“, prall gefüllt mit Instrumenten. In Zukunft soll er von einem schleswig-holsteinischen Dorf ins nächste fahren und die Möglichkeit zu musizieren mitbringen.

Das „musiculum-Mobil“ will Kindertagesstätten und Vorschulen in ganz Schleswig-Holstein besuchen und den Kindern die Möglichkeit geben, Musikinstrumente aus allen Kontinenten zu erleben – Trompete, Darbuka, Kontrabass, Marimbula und ähnliche, die in Kitas nicht unbedingt zum Standardrepertoire an Instrumenten gehören. Auf diese Weise soll das musikpädagogische Konzept des Musiculums aktiv in die Region getragen werden.
Für den Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein passt das „musiculum Mobil“ ausgezeichnet  zur musikalischen Nachwuchsförderung, sagte Dr. Christof Ipsen, stellvertretender Verbandsdirektor. „Es ist wichtig und sinnvoll, dass Kinder schon so früh wie möglich mit Musik und Instrumenten in Berührung kommen. Das bereichert ihren Horizont und fördert ihre Kreativität“, sagte er weiter. Die Sparkassen und ihr Verband engagieren sich schon seit vielen Jahren in der Förderung musikalischer Begabungen. So sind sie seit mittlerweile über 50 Jahren Hauptsponsor des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ und vergeben im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals alljährlich einen Nachwuchsförderpreis sowie den international renommierten Leonard Bernstein Award.  
 
Anne Hermans, Geschäftsführerin der Lern- und Experimentierwerkstatt Musiculum kündigte an: „Man wird diesen kunterbunten Transporter nicht nur sehen, sondern auch hören können“ und gab  gemeinsam mit den weiteren Projekt-Sponsoren Joachim Schmidt von der Aktivregion Schwentine-Holsteinische Schweiz sowie Manfred Bruhn von der Jovita Kinder- und Jugendstiftung  grünes Licht für den Bus.

Mit dem Musiculum und seinen Instrumenten reisen auch Musikpädagogen an. Reinhard Conen und Mareike Irsigler werden den Bus zu den Einrichtungen fahren und zwei Stunden mit den Kindern verbringen. „Wenn wir kommen, gibt es nicht den üblichen Musikunterricht“, erzählt Irsigler. „Vor allem geht es um Töne und Klänge, wie sie entstehen, wo sie herkommen. Die Kinder können sich spielerisch dem Thema Musik annähern. Sie können alle Instrumente ausprobieren, die wir mitbringen.“
Das Projekt bringt das Kulturgut Musik in ländliche Bereiche. So stellt man sicher, dass Kinder aus dem Umland gegenüber Stadt-Bewohnern keinen Nachteil haben. „Durch solche Projekte können wir den Bereich der kreativen Bildungsangebote im ländlichen Raum erweitern“, sagt Joachim Schmidt, der die Aktivregionen Schwentine-Holsteinische Schweiz, Mittelholstein, Eider-und Kanalregion, Hügelland am Ostseestrand und Ostseeküste vertrat.

Was das Projekt in Wahrheit bewirkt, zeigte sich am eindrucksvollsten, als Kinder und Instrumente zusammengebracht wurden. Schüler der Kita „Einstein“ pusteten zum ersten Mal in eine Flöte und schauten ganz erschrocken von dem Ton, den sie soeben selbst erzeugt hatten. Besonders spannend fanden die Jungen und Mädchen die Klangwiege. In die konnten sie sich hineinlegen und erlebten, dass man die Töne nicht nur hören, sondern auch am ganzen Körper spüren kann. Ab Februar wird das Musiculum-Mobil auf Tour sein.