JiMs Bar macht Spaß ohne Prozente

Schutz und Aufklärung der Jugendlichen vor den Folgen des Alkoholkonsums sind eine wichtige Sache. Das haben Einrichtungen des Jugendschutzes, der Jugendhilfe und der kommunalen und kirchlichen Jugendarbeit schon lange erkannt. Doch allein ist schwer etwas auszurichten. Deshalb haben sie sich 2013 zu einer landesweiten Initiative zusammen-geschlossen; seither sind die schleswig-holsteinischen Sparkassen und das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung als Partner an ihrer Seite. Jetzt haben  Reinhard Boll, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Schleswig-Holstein (SGVSH), und Ministerin Kristin Alheit die Schirmherrschaft für JiMs Bar übernommen.
 
JiM steht für Jugendschutz im Mittelpunkt.  JiMs Bars sind mobile Tresen, die auf Stadt- und Dorffesten, bei Zeltfesten und Großveranstaltungen eingesetzt werden und die leckere Cocktails ohne Alkohol anbieten. Die ehrenamtlichen Helfer sind zwischen 16 und 21 Jahre alt und werden zuvor professionell geschult. In der Sparkassenakademie in Kiel wurde jetzt das neue Rezeptheft Shake it vorgestellt – es soll zeigen, dass Feiern auch ohne Alkohol Spaß macht. Barkeeper Tobias Schnoor kann davon berichten: „ Das Feiern macht mehr Spaß, die Gäste haben alle Sinne beieinander und können danach sogar noch Auto fahren!“
 
Ministerin Alheit betonte, sie habe mit Herzblut die Schirmherrschaft übernommen. Schon 2009 habe sie noch als Bürgermeisterin von Pinneberg ersten Kontakt zu den Anfängen der Initiative bekommen. Angesichts von landesweit 800 Fällen, in denen Jugendliche zwischen zehn und 19 Jahren jährlich mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurden, zeige sich die Notwendigkeit des Handelns. „Ohne die Sparkassen wäre das nicht in diesem Umfang möglich gewesen“, so Alheit, denn inzwischen zeigten sich erste Erfolge, die Rate sei im vergangenen Jahr um neun Prozent zurückgegangen.
 
„Dieses Projekt kann man nur unterstützen, wenn man als Erwachsener die Gesellschaft beobachtet“, erklärte denn auch Reinhard Boll. Wo, wenn nicht bei der Jugend solle man ansetzen? Jeder Euro sei hier gut investiert, jetzt komme es darauf an, diese Initiative nachhaltig zu fördern. Gyde Opitz, Leiterin Gesellschaftliches Engagement des SGVSH, hob den Vorteil, dass Jugendliche anderen Jugendlichen den Weg zeigen, ohne Alkohol auszukommen - und das ohne erhobenen Zeigefinger eines Erwachsenen.
 
Das konnte auch Kathrin Gomolzig, Landeskoordinatorin von JiMs Bar bei der Aktion Kinder-und Jugendschutz Schleswig-Holstein, bestätigen. „Die jugendlichen Barkeeper sind mit viel Engagement dabei“, sagte sie. Jugendschutz sollte nicht immer mit Kontrollen verbunden sein, sondern die Jugendlichen sollten auch selbst entscheiden können. „Denn es gibt attraktive Alternativen“, so Gomolzig.
 
In dem neuen Rezeptheft stellt jede Region ihren eigenen Cocktails vor. Die Broschüre im Hosentaschenformat können die Kunden von JiMs Bar am Tresen mitnehmen und die Cocktails zuhause oder auf Partys nachmixen. Zurzeit gibt es landesweit 23 Barwagen oder -tresen, die nach einem gemeinsamen Corporate Design gestaltet wurden. Sie sind zwischen Pinneberg und Sylt im Einsatz und können gebucht werden. Informationen unter www.jimsbar-sh.de.