Ankommen in Schleswig-Holstein - Medien für die Integrationsarbeit

„Wer A sagt, muss auch B sagen“, stellte Dr. Christof Ipsen, stellvertretender Geschäftsführer des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein (SGVSH), am Montag (13. März) in der Stadtteilbücherei Kiel-Gaarden fest. Nachdem die schleswig-holsteinischen Sparkassen bereits das Projekt „Willkommen in Schleswig-Holstein“ förderten und 63 Medienboxen an Büchereien in Schleswig-Holstein übergaben, unterstützen sie nun auch das Folgeprojekt „Ankommen in Schleswig-Holstein“.

„Wir stehen für Nachhaltigkeit“, erklärte Ipsen das Engagement der Sparkassen, die das Projekt mit 60.000 Euro unterstützen. Im Rahmen des Projekts werden Taschen mit Medien zum Spracherwerb für Flüchtlinge und Migranten an Büchereien in Schleswig-Holstein übergeben, um ihnen einen besseren Einstieg in das Alltagsleben zu ermöglichen und ihnen das Ankommen in Schleswig-Holstein zu erleichtern.

Projektleiter Stephan Gülck von der Büchereizentrale brachte es auf den Punkt: „Sprache ist der Schlüssel zur Integration.“ Und Sprache sei auch unabdingbar zur Bewältigung des Alltags, so banal es erscheinen möge: Einkaufen, medizinische Versorgung sicherstellen, Konto eröffnen, Fahrkarten kaufen, um eine Arbeitsstelle bewerben oder ganz einfach den Müll trennen. Zugleich sollen die nun zur Verfügung stehenden Medien über Alltagsgegenstände aufklären – unter anderem anhand von Bildkarten. Und – nicht unwichtig – über die im Lande geltenden Grundrechte.

Stephan Studt, Innenminister und Schirmherr der gemeinsamen Initiative der Büchereizentrale und des Flüchtlingsrates des Landes, betonte, wie wichtig die Büchereien als Baustein für die Integration der Flüchtlinge seien. Der Staat könne zwar  Rahmenbedingungen schaffen, ohne gesellschaftliches Engagement jedoch sei das nicht umsetzbar. Sein Dank ging deshalb auch an die Sparkassen und an die 77 Büchereien des Landes, die sich an der Aktion mit großem Engagement beteiligen. „In Schleswig-Holstein sind wir inzwischen gut aufgestellt“, so Studt, der auch auf einen Informationsaustausch mit den anderen Bundesländern baut.

„In Gaarden sieht man sofort, was die Büchereien des Landes mit den Flüchtlingen zu tun haben“, sagte Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen, Leiter der Büchereizentrale Schleswig-Holstein. Die Stadtteilbücherei sei hochgradig frequentiert von internationalen Nationalitäten. „Die Menschen kommen hier freiwillig hin, tauschen sich aus, informieren sich“, so Lorenzen.

Andrea Dallek vom Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein wies darauf hin, dass der Flüchtlingsstrom zwar abebbe, aber dennoch vorhanden sei: Immerhin sind noch über 9.000 Flüchtlinge 2016 nach Schleswig-Holstein gekommen, 35.000 im Jahr zuvor. „Die sind hier und leben hier, es gilt sie in die Gesellschaft aufzunehmen, so gut es geht“, forderte Dallek. 
Insgesamt 206 Medientaschen sind gepackt und werden in den nächsten Wochen an die Büchereien in Schleswig-Holstein übergeben, um ihre Zielgruppen zu erreichen. Die von der Büchereizentrale zusammengestellte Auswahl beinhaltet Bildkartensets, Spiele, Basissprachkurse und Lernmaterialien zur Förderung des Spracherwerbs oder der beruflichen Orientierung.