Leonard Bernstein Award

Im Rahmen ihres Sponsorings für das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) vergibt die Sparkassen-Finanzgruppe Schleswig-Holstein seit 2002 den mit 10.000 Euro dotierten Leonard Bernstein Award (LBA). Die Sparkassen-Finanzgruppe, zu der neben den Sparkassen des Landes die HSH Nordbank AG, die LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg AG, die Provinzial Nord Brandkasse AG und der Deutsche Sparkassen- und Giroverband gehören, will mit der begehrten Auszeichnung ein deutliches Signal im Bereich der Talentförderung setzen. Der Award wird an junge Musikerinnen und Musiker verliehen, die bereits international beachtet sind. Ihnen soll der LBA den nötigen Rückenwind für eine internationale Karriere geben.
Die Jury setzt sich zusammen aus: Christoph Eschenbach (Principal Conductor des Schleswig-Holstein Festival Orchesters), Music Director des National Symphony Orchestra in Washington und des John F. Kennedy Center for the Performing Arts), Jamie Bernstein Thomas (Leonard Bernstein Society), Alexander Bernstein (Leonard Bernstein Society), Ute Fesquet (Deutsche Grammophon Gesellschaft), Martin Campbell-White (Askonas Holt Ltd., Consultant) sowie Festivalintendant Dr. Christian Kuhnt und Reinhard Boll, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein.

Bisherige Preisträger:
2002 der chinesische Pianist Lang Lang
2003 die georgische Geigerin Elisabeth Batiashvili
2004 der deutsche Geiger Erik Schumann
2005 der amerikanische Pianist Jonathan Biss
2006 die amerikanische Cellistin Alisa Weilerstein
2007 der österreichische Schlagzeuger Martin Grubinger
2008 die russische Pianistin Anna Vinnitskaya
2009 der deutsche Cellist Leonard Elschenbroich
2010 der amerikanische Pianist Kit Armstrong
2011 der amerikanische Bratschist David Aaron Carpenter
2012 der amerikanische Organist Cameron Carpenter
2013 der polnische Pianist Jan Lisiecki
2014 der deutsche Pianist Christopher Park
2015 der Dirigent Krzysztof Urbański
2016 der Hornist Felix Klieser
 
Sparkassen-Finanzgruppe verleiht Leonard Bernstein Award an Kian Soltani
 
Ein Sympathieträger am Cello
 
Von magischen Momenten schrieben die Zeitungen, nachdem die letzten Töne des Konzerts mit dem diesjährigen Preisträger des Leonard Bernstein Award verklungen waren: Kian Soltani spielte sich mit seinem Part im Cellokonzert h-Moll von Antonin Dvorak nicht allein in die Herzen der Zuhörer, sondern auch in die erste Reihe der weltbesten Cellisten. Mit Intuition und Souveränität absolvierte er den Konzertabend wie ein Künstler, der schon ein Star ist und nicht erst werden will. Kein Wunder also, dass nicht nur der Beifall des Publikums in der restlos ausverkauften Musik- und Kongresshalle in Lübeck nicht enden wollte, sondern auch die versammelte Musik- und Sponsorenprominenz vor Bewunderung kaum passende Worte fand. Allen voran der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes, Reinhard Boll, brachte es im Namen der Stifter des Preises auf die treffende Formel, man müsse heute noch den Ideengebern des Preises danken, die Künstlern wie Kian Soltani und vielen anderen vor ihm die Tür zu einer Weltkarriere öffneten.
 
Das Preisträgerkonzert zur Vergabe des Leonard Bernstein Award der Sparkassen-Finanzgruppe gehört alljährlich zu den Höhepunkten des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Angefangen mit dem Pianisten Lang Lang, der vor 15 Jahren als erster Musiker den Preis erhielt, hat eine Reihe eindrucksvoller Namen dem Preis in der Welt der klassischen Musik ein Renommee verschafft, das selbst die Nachfahren von Leonard Bernstein sich alljährlich beim Preisträgerkonzert die Ehre geben. So auch in diesem Jahr: Alexander Bernstein war sich sicher, dass auch sein Vater so tief beeindruckt gewesen wäre wie er selbst. Festival Intendant Christian Kuhnt, der zusammen mit Christoph Eschenbach als Dirigent des begleitenden jugendlichen SHMF-Festivalorchesters und Sparkassenpräsident Reinhard Boll den Preisträger ausgewählt hatte, war voller Bewunderung für die Präsenz und die Reife des Spiels, das der 25-jährige Cellist an den Tag legte.
 
Dass der junge Cellist bei aller künstlerischen Brillanz mit beiden Beinen im Leben steht, offenbarte seine ehrliche Antwort auf die Frage des Moderators, was sein nächstes Ziel nach der Preisverleihung sei? „Ein Bier“, antwortete der junge Mann mit coolem Lächeln. Spätestens ab diesem Moment lag dem Österreicher mit persischen Wurzeln das Publikum zu Füßen. Und unbefangen setzte er nach, dass er auch vor dem Konzert gern ein Bier genieße. – So wie Soltani merkte man auch dem von Christoph Eschenbach in jedem Jahr aufs Neue zusammengestellten jungen Festivalorchester an, dass hier eine künstlerische Elite spielt, die sich vor allem als Könner ihres Fachs verstehen und nicht als gelegentlich schwer erreichbare Stars empfinden.
 
Eröffnet hatte den Abend Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther mit einem kurzen Grußwort. Er würdigte das Engagement der Sponsoren – neben den Sparkassen die Provinzial Versicherungen, die HSH Nordbank AG, die LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg AG sowie die Kulturstiftung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes – als unerlässliche Unterstützung und einen Wert an sich für das kulturelle Ansehen Schleswig-Holsteins. Das Festival sei ein Markenzeichen des Landes geworden, das alljährlich knapp 180.000 Besucher in seinen Bann ziehe. Insbesondere würdigte Günther, der in Begleitung mehrerer Minister seines neuen Kabinetts erschien, die pädagogischen Ansprüche des Festivals, die Leonard Bernstein seinerzeit mit dem international zusammengefügten Festivalorchester begründet hatte. Die jungen Künstler hörten es mit strahlenden Gesichtern; Christoph Eschenbach als ihr Maestro quittierte den Dank mit einem freundlichen Lächeln wie nur er - Altmeister und Grandseigneur des Festivals – es vermag.