Ein Stück regionaler Identität

40 Jahre „Schölers leest Platt“ - Großer Landesentscheid in Norderstedt

In Schleswig-Holstein wird noch Platt gesprochen. Besser noch: Es ist längst wieder salonfähig. Und so wundert es nicht, dass auch junge Menschen wieder Zugang zu einer landestypischen Sprache bekommen und viel Spaß und Freude daran haben.

Bestes Beispiel dafür ist der Wettbewerb „Schölers leest Platt, dessen Landesentscheid am 20. Juni 2018 im Kulturwerk in Norderstedt stattfand.
 
Im 40. Jahr wird nun schon im Lande gelesen – und immer sind die schleswig-holsteinischen Sparkassen und die Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein  mit finanzieller Unterstützung und auch Herzblut dabei. Fröhliche Kinder auf Leseheften, Urkunden und Plakaten – verbunden mit dem Kampagnen-Motto „Platt – Ik bün dorbi“ sorgen für frischen Wind für die plattdeutsche Sprache.

„Uns ist wichtig, dass der Wettbewerb auch äußerlich flott und modern wirkt – das passt zu den jungen Leserinnen und Lesern, das passt aber auch zur plattdeutschen Sprache“, begründet Gyde Opitz vom Sparkassen- und Giroverband das Engagement. Bereits 1978/79 hätten die Sparkassen angefangen, den Wettbewerb zu fördern. „Platt gehört zu Schleswig-Holstein wie der Wind, die Sonne und der Friesennerz“, so Opitz. Und: Das Beherrschen der plattdeutschen Sprache stärke ebenso wie die Teilnahme an diesem Wettbewerb das Selbstbewusstsein der jungen Menschen. „Plattdeutsch ist ein Stück regionale Identität“, so Opitz, und passt damit gut zur Sparkassenorganisation , die fest in Schleswig-Holstein verankert ist und sich in den unterschiedlichsten Bereichen engagiert.

Wer es nun bis zum Landeswettbewerb geschafft hat, der hat schon einen kleinen Lesemarathon hinter sich, als sie sich den kritischen Ohren der Jury stellten. Alle 15 haben sich bereits auf Schulebene, auf Landschafts- und Regionalebene durchgesetzt. Das man es an diesem Tag mit echten „Plattsnackern“ zu tun hatte, zeigte sich neben den tollen Leseleistungen nicht zuletzt daran, dass das Moderatoren-Team Christiane Ehlers und Gerrit Hoss mit allen Teilnehmenden sogar auf Platt plaudern konnte.

Für die Jury war die Beurteilung keine leichte Sache. So taten sich Ines Barber (Hör mal`n beeten to“), Heiko Gauert (Plattdüütsch Gill), Silke Kühl (Sparkasse Westholstein) und die weiteren Juroren schwer, die Platzierungen zu vergeben, denn alle haben sich richtig ins Zeug gelegt und lagen dann auch dicht beieinander. Serpil Midyatli, Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes hatte also vollkommen Recht, als Sie  am Beginn der Veranstaltung sagte: „Ihr habt es schon bis zur Landesebene geschafft, heute gibt es keine Verlierer!“