Ein Stück regionaler Identität

Großer Landesentscheid „Schölers leest Platt“ auf der Landesgartenschau

In Schleswig-Holstein wird noch Platt gesprochen. Besser noch: Es ist längst wieder salonfähig. Und so wundert es nicht, dass auch junge Menschen wieder Zugang zu einer landestypischen Sprache bekommen und viel Spaß und Freude daran haben.

Bestes Beispiel dafür ist der Große Landesentscheid „Schölers leest Platt“, dessen Endrunde dieses Mal am 8. Juni auf der Landesgartenschau in Eutin stattfand, nachdem die dritte Runde des landesweiten Vorlesewettbewerbs im Mai erfolgreich abgeschlossen wurde.

Gleich 14 Kandidaten stellten sich Jury und Publikum auf der Sparkassenbühne in Eutin. Geübt haben sie anhand von Leseheften mit plattdeutschen Geschichten, fünf davon mussten sie beherrschen, eine ausgeloste wiederum davon möglichst gut vorlesen.

Im 38. Jahr wird nun schon im Lande gelesen – und immer sind die schleswig-holsteinischen Sparkassen und die Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein  mit finanzieller Unterstützung und auch Herzblut dabei. Fröhliche Kinder auf Leseheften, Urkunden und Plakaten – verbunden mit dem Kampagnen-Motto „Platt – Ik bün dorbi“ sorgen für frischen Wind für die plattdeutsche Sprache.

„Uns ist wichtig, dass der Wettbewerb auch äußerlich flott und modern wirkt – das passt zu den jungen Leserinnen und Lesern, das passt aber auch zur plattdeutschen Sprache“, begründet Sonja Müller-Bous vom Sparkassen- und Giroverband das Engagement. Bereits 1978/79 hätten die Sparkassen angefangen, den Wettbewerb zu fördern. „Platt gehört zu Schleswig-Holstein wie der Wind, die Sonne und der Friesennerz“, so Müller-Bous. Und: Das Beherrschen der plattdeutschen Sprache stärke ebenso wie die Teilnahme an diesem Wettbewerb das Selbstbewusstsein der jungen Menschen. „Plattdeutsch ist ein Stück regionale Identität“, so Müller-Bous, und da passe die Sparkassenorganisation perfekt ins Bild, denn die sie sei fest in eben dieser Region verankert.

Wer die sieben Stufen zur Sparkassenbühne hinaufstieg, der hatte schon ein Stück Selbstbewusstsein gezeigt. Doch die Moderatoren Gerrit Hoss und Christiane Ehlers nahmen den Lesenden am Pult hoch oben auf der Bühne schnell das Lampenfieber. Den schwersten Job übernahm dabei Jessica Urbschat aus der dritten Klasse: Sie war die erste am Pult. „Pippi geiht to School“ hieß ihr Vorlesestück, das sie sehr lebendig vortrug. Ihr folgten echte Vorleseoriginale wie Ole Themsfeldt mit „Een Dag an de See“ oder Lucas Hübner, der erst einmal klarstellte: „Ik kann beeter Platt schnacken as mien Öllern“. Und das stellte er sogleich unter Beweis.

Für die Jury war die Beurteilung keine leichte Sache. So taten sich Ines Barber (Hör mal`n beeten to“), Heiko Gauert (Plattdüütsch Gill) und fünf weiteren Juroren schwer, die Besten zu nominieren. Außerdem: Wie sagte es Jörn Biel, Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes am Beginn der Veranstaltung? „Ihr habt es schon bis zur Landesebene geschafft, heute gibt es keine Verlierer.“