Solides Wachstum der Sparkassen dank guter Konjunktur in Schleswig-Holstein

03.03.2015

Ein guter Konjunkturverlauf mit kräftigem Wirtschaftswachstum in Schleswig-Holstein hat im Jahr 2014 auch bei den Sparkassen für eine positive Geschäftsentwicklung gesorgt. „ Die 13 Sparkassen stehen so gut da, wie seit vielen Jahren nicht mehr“, sagte der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein, Reinhard Boll, am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz in Kiel.

Trotz erheblicher Belastungen aufgrund extrem niedrig gehaltener Zinsen konnten die Institute ihr Betriebsergebnis deutlich verbessern und ihr Eigenkapital stärken. Die durchschnittliche Kernkapitalquote beläuft sich heute schon auf 11,9 Prozent. „Damit werden alle Sparkassen die ab 2019 geltenden verschärften Eigenkapital-Anforderungen nach Basel III mehr als voll erfüllen“, erläuterte Boll.
 
Die Geschäftsaussichten für 2015 beurteilt Boll ebenfalls positiv. Die Auftragslage der Wirtschaft sei gut und die private Nachfrage dank niedriger Zinsen und günstiger Energiepreise lebhaft.
 
Wachstumsmotor bei den Sparkassen war 2014 die Kreditnach-frage. Die Zusagen für neue Darlehen nahmen insgesamt um 14,8 Prozent auf 5,83 Mrd. EUR zu, die Kreditzusagen an Unternehmen und Selbstständige erreichten sogar ein Plus von 17,5 Prozent. Auch die Zusagen neuer Wohnungsbaukredite verzeichneten einen kräftigen Zuwachs (+ 11,2 Prozent). Der Gesamtbestand der Ausleihungen an Unternehmen und Privatpersonen erreichte 29 Mrd. EUR.
Auch die Kundeneinlagen stiegen 2014 kräftig um knapp eine Milliarde an und erreichten zum Jahresende 24,5 Mrd. EUR (+ 4,2 Prozent). Die anhaltende Niedrigzinsphase verstärkte nochmals den Trend zu kurzfristigen Einlagen und ließen die Einlagen auf den  Tagesgeldkonten um 9,5 Prozent auf 14,3 Mrd. EUR ansteigen. Eine bessere Verzinsung für ihre Anlagen suchten die Kunden in Wertpapieren, deren Umsätze um 4,2 Prozent auf 2,8 Mrd. EUR zunahmen.
 
Die weitere Verbesserung der Ertragslage der Sparkassen führt Boll auf mehrere Ursachen zurück. So seien einerseits die Provisionseinnahmen und der Zinsüberschuss jeweils leicht gestiegen; andererseits fielen die Wertberichtigungen im Kreditgeschäft dank der günstigen Konjunkturentwicklung unverändert gering aus.
Das Betriebsergebnis vor Bewertung hat sich im Vergleich zum Vorjahr nochmals auf 0,89 der DBS verbessert. Nach Steuern erzielten die Sparkassen ein Jahresergebnis von 84,1 Mio. EUR, nach 40,3 Mio. EUR  im Vorjahr. Das Geschäftsvolumen aller 13 Sparkassen erreichte 36,8 Mrd. EUR. 
 
Zu den Herausforderungen der Sparkassen in Schleswig-Holstein gehört nach Angaben von Boll der Ausbau des Multikanalvertriebs. Die Nähe zum Kunden als Wettbewerbsvorteil der Sparkassen sei dabei von besonderer Bedeutung. Deshalb setze man auch künftig auf eine Vertriebsstrategie, die den Kunden sowohl eine Beratung in einer Filiale als auch die Erledigung von Bankgeschäften online anbietet. 
 
Dank eines flächendeckenden Netzes an Geschäftsstellen sind die Sparkassen dazu weiterhin in der Lage. Sie betrieben Ende letzten Jahres 305 Filialen und 153 SB-Geschäftsstellen und waren mit 7.821 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterhin der größte Arbeitgeber und Ausbilder (9,5 % Ausbildungsquote) des Landes. 
 
Ein besonderes Anliegen ist den Sparkassen traditionell ihr Gesellschaftliches Engagement. Seit vielen Jahren sind sie in Schleswig-Holstein der größte nichtstaatliche Förderer von Kunst, Kultur, Wissenschaft, Sport und sozialen Diensten. Für diese gemeinnützigen Aufgaben wurden im Jahr 2014 insgesamt  rund 15 Mio. EUR zur Verfügung gestellt. Bundesweit belaufen sich die Förderausgaben der Sparkassen-Finanzgruppe für gesellschaftliche Aufgaben auf 500 Mio. EUR pro Jahr. 
 
Beispiele für das Engagement hierzulande sind das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) mit dem besonderen Schwerpunkt des von der Sparkassen-Finanzgruppe gestifteten Leonard Bernstein Award. Er wird in diesem Jahr an den jungen polnischen Dirigenten  Krzysztof Urbański verliehen.
 
Wie beim SHMF so setzen die Sparkassen auch bei allen anderen Fördermaßnahmen auf Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit in der Partnerschaft mit den geförderten Institutionen und Projekten. Ob beim Tourismusbarometer, der Zukunftsschule, der MuseumsCard oder der breit angelegten Sportförderung sind die Sparkassen nicht nur Geldgeber, sondern auch Berater in der Projektarbeit.
 
Zu den neuen Fördervorhaben gehören die Alphabetisierungskampagne, die gemeinsam mit dem schleswig-holsteinischen Bildungsministerium realisiert wird sowie die Ehrenamtskarte für
Ehrenamtler in Vereinen und Verbänden. An sie richtet sich auch der gemeinsam mit dem Landtag alljährlich verliehene Bürgerpreis. Zusätzlich zu den vom Sparkassen- und Giroverband
gesteuerten Vorhaben unterstützen auch die Sparkassen vor Ort eine Vielzahl von regionalen und lokalen Projekten, die vielfach ohne ihre Hilfe nicht verwirklicht werden könnten.  

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