17. Mai 2012

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Pressemitteilung

Sparkassen sehen erste Anzeichen für eine leichte Erholung der Konjunktur

31. Oktober 2005

Die Geschäftsentwicklung der schleswig-holsteinischen Sparkassen war in den ersten neun Monaten des Jahres 2005 geprägt von der anhaltend schwachen Binnennachfrage. Vor allem die privaten Haushalte disponieren vorsichtig und setzen auf Flexibilität bei der Steuerung ihrer Mittel. Die Bereitschaft zur Kreditaufnahme ist in diesem Bereich weiter rückläufig, teilte der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein, Olaf-Cord Dielewicz, am Montag 31. Oktober 2005 in Kiel weiter mit.

Wenn die Sparkassen dennoch erste Anzeichen für eine leichte Erholung der Konjunktur sehen, dann sei dies auf die erfreulichere  Geschäftsentwicklung bei den Unternehmen zurückzuführen. Die Kreditnachfrage zog im Berichtszeitraum um 2,6 Prozent an, nachdem im Vorjahr bis Ende September noch ein Rückgang um 0,7 Prozent registriert worden war. „Hier spiegeln sich offenbar erste Erwartungen an eine zarte konjunkturelle Erholung wider, wie sie auch in den Prognosen der Kammern und Verbände sowie der Forschungsinstitute in den letzten Wochen zum Ausdruck kamen“, sagte Dielewicz dazu.

Bei den 21 Sparkassen im Verbandsgebiet expandierte die Kreditnachfrage von Januar bis Ende September 2005 um ein Prozent auf insgesamt 26,9 Milliarden €, nach einem Rückgang um 0,9 Prozent im gleichen Vorjahreszeitraum. Dieser Zuwachs ist überwiegend auf die gestiegenen Ausleihungen der Wirtschaft zurückzuführen. Ihre Ausleihungen nahmen auf 14,2 Milliarden € zu; das entspricht einem Gesamtanteil am Kreditvolumen der Sparkassen von 52,8 Prozent. Mit dem Zuwachs des Kreditgeschäfts von Unternehmen und Selbstständigen liegen die Sparkassen im Norden deutlich über dem Bundesdurchschnitt und vor allen anderen Regionalverbänden der Sparkassenorganisation.

Besonders erfreulich war die Kreditnachfrage von Unternehmen und Selbstständigen aus der Dienstleistungsbranche. Hier stiegen die Ausleihungen um 4,2 Prozent auf 8, 4 Milliarden € an. Auch in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft sowie dem Energiesektor nahm die Kreditnachfrage zu. Konsumnahe Bereiche wie der Handel sowie die Bauwirtschaft fragten erneut weniger Kredite nach, der Rückgang verlangsamte sich allerdings gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Kreditnachfrage aus dem verarbeitenden Gewerbe stagnierte.    

Zweitgrößte Kreditnehmergruppe der Sparkassen sind die privaten Haushalte mit 44 Prozent. Bei ihnen ging die Kreditnachfrage erneut um ein Prozent auf 11,8 Milliarden € zurück. Vor allem die kurzfristigen Ausleihungen nahmen deutlich um 11,1 Prozent ab. Ein Jahr zuvor hatte der Rückgang 4,9 Prozent erreicht. Dazu trug die Entwicklung der Konsumentenkredite mit – 6,7 Prozent deutlich bei.

„An diesen Zahlen ist die starke Kaufzurückhaltung der privaten Konsumenten abzulesen. Sie ist der Bremsklotz für die von Wirtschaft und Politik dringend gewünschte Belebung der Konjunktur“, so Dielewicz weiter. Vergleichsweise zufrieden stellend verlief das Geschäft mit langfristigen Darlehen, die überwiegend zur Immobilienfinanzierung eingesetzt werden. Hier stagnierte die Nachfrage mit knapp 11 Milliarden € auf hohem Niveau (- 0,3 Prozent).

Auf der Passivseite der Bilanz verzeichneten die 21 Sparkassen im Land eine Verlangsamung des Rückgangs beim Einlagengeschäft von – 0,6 Prozent  (30.September 2004) auf – 0,3 Prozent im gleichen Zeitraum 2005 auf insgesamt 19,7 Milliarden €. Auf-fällig ist hier der deutliche Anstieg bei den täglich fälligen Geldern der Privathaushalte, den so genannten Sichteinlagen, um 7 Pro-zent auf 5,5 Milliarden €.

„Offenbar ist es den Konsumenten besonders wichtig, möglichst flexibel über ihr Geld verfügen und damit  kurzfristige Kaufentscheidungen treffen zu können“, erläuterte Dielewicz weiter. Dafür sprächen auch die weiter rückläufigen Daten bei den meisten anderen Anlageformen – darunter die Spareinlagen ( -2,2 Pro-zent), Eigenemissionen (- 11,6 Prozent) und Termingelder (- 10,5 Prozent).
Weitere Gründe für den Anstieg der Sichteinlagen seien die Erwartung steigender Zinsen und die Tatsache, dass diese Einlagen, die früher nicht verzinst wurden, inzwischen in verschiedenen Produktvarianten rentabel angelegt werden können.

Finanzielle Flexibilität war auch bei den Unternehmen gefragt. Sie erhöhten ihre Sichteinlagen um knapp 10 Prozent auf 1,2 Milliarden €. Privathaushalte wie Unternehmen bevorzugten auch bei den täglich fälligen Geldern höher verzinste Anlagemöglichkeiten. Ihr Volumen stieg um 13,1 Prozent auf insgesamt 3,8 Milliarden € an.

Durchweg zufrieden stellend verlief das Wertpapiergeschäft bei den Sparkassen. Vor allem der Absatz von festverzinslichen Wertpapieren und Investmentzertifikaten entwickelte sich positiv, während der Kauf von Aktien deutlich zurückging. Insgesamt nahmen die Umsätze von Fremdemissionen um 6,3 Prozent zu. Dagegen  entwickelten sich die Umsätze von Eigenemissionen rückläufig.

Mit der Geschäftsentwicklung in den ersten acht Monaten 2005 schneiden die 21 schleswig-holsteinischen Sparkassen im Vergleich mit ihren regionalen Schwesterverbänden insgesamt ausgesprochen gut ab. Vor allem im Kreditgeschäft mit Unternehmen und Selbstständigen erzielten die Nord-Institute mit einem Plus von 2,4 Prozent ein deutlich besseres Ergebnis als im Bundesvergleich (  1 Prozent).

Das Betriebsergebnis der Sparkassen vor Bewertung hat sich dagegen um 4 Basispunkte auf 0,95 abgeschwächt, wobei der Zinsüberschuss stagnierte. Belastend wirkte sich u. a. ein gestiegener Sachaufwand aus. Im Durchschnitt der regionalen Sparkassenverbände sank das Betriebsergebnis von 1,06 auf 1,01 Prozent und blieb damit leicht über dem Wert der schleswig-holsteinischen Sparkassen. Die Cost Income Ratio lag bei 65,92 und erhöhte sich gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum leicht. Der Vergleichswert auf Bundesebene erreichte 64,7 Prozent.

Kontakt:

Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein
Pressesprecher
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