„Flow“ – Malerei von Claudia Spielmann
01. September 2006
Claudia Spielmann arbeitet vorzugsweise auf handgeschöpftem Papier aus Japan, China oder Indien und auf Leinwand. Dabei verwendet sie ausschließlich unterschiedlichste Tuschen und Tinten, die in mehreren Schichten aufgetragen werden.
Der japanische Einfluss wird nicht nur formal, sondern auch inhaltlich in allen Arbeiten deutlich: wie in der Kalligraphie sucht die Künstlerin in jedem Werk nach dem „großen Zeichen“, um die Aussage auf das Wesentliche zu konzentrieren und in frischer Lebendigkeit und Leichtigkeit zu spiegeln. Die Einfachheit und Sparsamkeit der eingesetzten Mittel sind wichtige Kriterien für die Künstlerin, die mit dem Weiß des Untergrunds bewusst arbeitet und entsprechende Freiräume im Bild wirken lässt. Dabei ist ihr Augenmerk stets auf das Zusammenwirken von Farbe und Komposition gerichtet.
Claudia Spielmanns expressive Bildwelt ist dem Informell, einer gegenstandslosen Malerei, zuzurechnen. Sanfte und natürlich leuchtende Farben werden in Mischtechnik mit einem kraftvollen, dynamischen Pinselduktus aufgebracht. Innerhalb ausgewogener Kompositionen wirken expressive Formen durch Gegensätze wie Hell/Dunkel, Linie/Fläche und Ruhe/Dynamik. Mit diesen Stilelementen schafft Claudia Spielmann ihre Chiffren des Lebensgesetzes von Werden und Vergehen.
Die tiefe, heitere Ruhe der Arbeiten wirkt auf den Betrachter und lädt zu Muße und Besinnung ein, die Phantasie wird angeregt. In der Auseinandersetzung mit dem Fernöstlichen klären sich offensichtlich Inhalte, die die Künstlerin innerlich schon lange beschäftigen. Persönliche Charaktereigenschaften wie Daseinsfreude und Wachheit, aber auch Konzentration und Authentizität fließen in die Bilder ein und sprechen aus ihnen. Insofern genügen die Werke sich selbst – zugleich sind sie aber auch „offen“ und lassen den Betrachter im Dialog eine Wahrheit „hinter der Leinwand“ erspüren.
Claudia Spielmann hat bereits national und international Ausstellungen gezeigt, davon mehrere in Tokio. Die von der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein im Spätsommer 2006 präsentierte Ausstellung ist anschließend in Reinbek, Leipzig, Münster, Essen und Düsseldorf zu sehen.
Zur Ausstellung erscheint Heft 13 der Katalogreihe „Ars Borealis“. Die Edition „Ars Borealis“ profiliert als eigenständige Heftreihe das umfängliche Kunstengagement der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein.
Die Ausstellung der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein ist vom 29.08. – 12.10.2006 im Foyer des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein, Faluner Weg 6, 24109 Kiel (werktags von 9.00 – 16.00 Uhr) zu besichtigen.
Der Eintritt ist frei.