17. Mai 2012

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Pressemitteilung

Leichtes Wachstum und höhere Erträge 2005 - Günstige Perspektiven für die Sparkassen 2006

04. April 2006

Die schleswig-holsteinischen Sparkassen starten mit Zuversicht in das Jahr 2006. „Durch die Entscheidung zur Beteiligung an der Norddeutschen Retail-Service AG (NRS) sehen wir uns als Verband wesentlich gestärkt.

Damit ist ein weiterer Meilenstein in diesem Gemeinschaftsprojekt des schleswig-holsteinischen Verbandes mit der Haspa Finanzholding und der Finanzholding der Sparkasse in Bremen erreicht“, erklärte der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein, Jörg-Dietrich Kamischke, am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz des Verbandes in Kiel. Außerdem erwarte der Verband in den nächsten Monaten aufgrund des Anziehens der Konjunktur eine zunehmende Dynamik im Neugeschäft.

Die NRS wird den Sparkassen als eigenständiges Unternehmen Dienstleistungen im Bereich der Kreditbearbeitung, der Abwicklung des Zahlungsverkehrs, Back-Office-Dienstleistungen rund um das Konto, Funktionen im Rechnungswesen sowie Controlling und Risikocontrolling anbieten. Neben Hamburg und Bremen sind nach der Startphase weitere Standorte der NRS in Schleswig-Holstein vorgesehen.

Die Entscheidung über die Inanspruchnahme der Dienstleistungen der NRS liegt in der Entscheidungskompetenz jeder einzelnen Sparkasse in Schleswig-Holstein. Der Verband geht davon aus, dass bereits in den nächsten Jahren die Mehrzahl der Sparkassen Dienstleistungen der NRS abnehmen werden, um durch die Bündelung von Geschäftsprozessen Kostensenkungs-Effekte zu erzielen. „Insgesamt haben wir mit der Entscheidung für die NRS einen wichtigen Schritt zur weiteren Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Sparkassen im Markt getan“, erklärte Kamischke.

Das Jahr 2005 wurde für die schleswig-holsteinischen Sparkassen von der Belebung der Konjunktur im Norden geprägt. Das Wirtschaftswachstum des Landes erreichte 1,5 % und lag damit deutlich über dem Durchschnittswert des Bundes (0,9 %). Vor allem die Auslandsnachfrage sorgte für Wachstumsimpulse, während die konsumorientierte Binnenkonjunktur auch in Schleswig-Holstein im fünften Jahr in Folge schwach blieb. Diese Entwicklung prägte auch den Geschäftsverlauf bei den Sparkassen.

Trotz moderater Veränderungen bei den Beständen ist im Jahr 2005 eine kräftige Belebung des Neugeschäfts festzustellen. So nahmen die Auszahlungen neuer Kredite für
Unternehmen und Selbstständige um 7,8 % auf 1,8 Mrd. € zu, die zugesagten Darlehen erreichten sogar ein Plus von 14,8 %. „Diese Zahlen sprechen für positive Erwartungen der Wirtschaft in eine nachhaltige Belebung der Nachfrage“, erläuterte Jörg- Dietrich Kamischke. Die gesamten Darlehensauszahlungen im Neugeschäft mit Firmen- und Privatkunden, einschließlich der öffentlichen Haushalte und sonstiger Kreditnehmer,  stiegen 2005 um 8,4 % auf 3,2 Mrd. € an.

Besonders lebhaft entwickelte sich die Nachfrage nach Darlehen für die Wohnungsbaufinanzierung. Sie nahmen um 22,7 % zu. Auch in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft sowie dem Energiesektor stieg die Kreditnachfrage an. Dem gegenüber fragten konsumnahe Bereiche wie der Handel und das Gastgewerbe sowie die Bauwirtschaft erneut weniger Kredite nach. Der Rückgang schwächte sich allerdings gegenüber dem Vorjahreszeitraum ab. Das gilt auch für die Nachfrage aus dem verarbeitenden Gewerbe.

Der Bestand der Kredite an Unternehmen und Selbstständige nahm um 1,1 % zu, während das Volumen der Ausleihungen an Privatpersonen um 1,2 % zurückging. Das Gesamtvolumen der Ausleihungen blieb mit 26,6 Mrd. € unverändert. Davon entfielen auf Kredite an Unternehmen und Selbstständige 52,5 % (Vorjahr: 52,0 %), die Ausleihungen an Privatpersonen erreichten 44,4 % (Vorjahr: 44,9 %).

Die Tatsache, dass sich die Ausweitung des Kreditneugeschäfts nicht in den Kreditbeständen niedergeschlagen hat, ist vor allem auf Darlehenstilgungen sowie auf Umschichtungen der Kunden zurückzuführen, die damit das unverändert günstige Zinsniveau zu nutzen wussten. So gingen kurzfristige und mittelfristige Forderungen um 2,3 % bzw. um 5,9 % zurück, während die langfristigen Forderungen leicht um 0,7 % zunahmen. Sie machen mit insgesamt 22,5 Mrd. € traditionell den mit Abstand größten Block des Kreditgeschäfts der Sparkassen aus.

Ebenfalls positiv entwickelt hat sich die Geldvermögensbildung bei den schleswig-holsteinischen Sparkassen im Jahr 2005. Die bilanzwirksamen Kundeneinlagen erhöhten sich im Berichtsjahr um 456 Mio. € bzw. 2,3 % auf 20,2 Mrd. €. Der Zuwachs war damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. Die größte Veränderung war bei den Privatkunden festzustellen, die 2005 ihre Guthaben um 92 Mio. € erhöhten, während sie ihre Einlagen im Vorjahr um fast 200 Mio. € reduziert hatten. Von allen Verbindlichkeiten der Sparkassen gegenüber Nichtbanken entfielen auf die Einlagen von Privatpersonen knapp 78 %.

Erstmals erreichten die täglich fälligen Gelder eine ebenso große Bedeutung wie die Spareinlagen. Auf beide Einlagearten entfielen am Jahresende jeweils 38 % bzw. 7,7 Mrd. € aller Kundeneinlagen. Anlagefavoriten waren die täglich fälligen Verbindlichkeiten mit einem Zuwachs von 938 Mio. €, für die überwiegend eine höhere Verzinsung vereinbart war. Dieser Teil der täglich fälligen Gelder nahm um ein Fünftel zu und erreichte bereits einen Anteil von 53 % an allen Sichteinlagen. „Offenbar ist es den Konsumenten wichtig, flexibel und kurzfristig über ihr Geld verfügen zu können“, schloss Kamischke.

Dagegen setzte sich der Rückgang von Spareinlagen, Eigenemissionen und Termingeldern mit ./. 482 Mio. € fort. Die Spareinlagen verringerten sich insgesamt um 0,9 % (Vorjahr./. 1,5 %) auf 7,7 Mrd. €, mit Ausnahme der höher verzinsten Anlageformen, die inzwischen 85 % der Sparguthaben ausmachen. Das Umlaufvolumen der Eigenemissionen ging um 6,5 % auf 3,5 Mrd. € zurück, die Termingeldanlagen wurden um 11,2 % auf 1,4 Mrd. € reduziert.

Das Interesse der Kunden an sparkassenfremden Wertpapieren nahm wieder deutlich zu. Der Nettoabsatz stieg um 50,8 % auf 203 Mio. € an, nachdem er im Vorjahr um 64,6 % auf 135 Mio. € gefallen war. Das Handelsvolumen stieg bei den Käufen um 8,5 % und bei den Verkäufen um 4,5 % an. Die Situation auf den verschiedenen Wertpapiermärkten war sehr unterschiedlich. Festverzinsliche Titel und Investmentpapiere  waren stark gefragt, Aktienkäufe gingen leicht zurück.

Das Geschäftsvolumen aller schleswig-holsteinischen Sparkassen ist im vergangenen Jahr erstmals wieder leicht um 0,5 % angestiegen und erreichte 36,6 Mrd. €, nachdem es in den Vorjahren dreimal in Folge rückläufig war. Einschließlich des auf Schleswig-Holstein entfallenden Anteils des Geschäftes der HSH Nordbank AG ist die S-Finanzgruppe auch in Schleswig-Holstein weiterhin Marktführer im Wirtschaftsbereich Geld und Kredit.

Die führende Marktposition der Sparkassen basiert auf der Strategie, im Verbund ein möglichst umfassendes Angebot an Finanzdienstleistungen über das Vertriebsnetz aller Verbundpartner landesweit anzubieten. Dabei fungiert die HSH Nordbank AG als Sparkassenzentralbank und hilft u. a. dabei, die Finanzierungslücke zwischen Einlagen- und Kreditgeschäft der Sparkassen zu schließen.

Gleichermaßen bedeutende Verbundpartner in der S-Finanzgruppe Schleswig-Holstein sind die LBS Landesbausparkasse Schleswig-Holstein AG und die Provinzial Nord Versicherungen. Die LBS konnte 2005 das zweitbeste Neugeschäft ihrer Firmengeschichte erzielen. Die neu abgeschlossene Bausparsumme erreichte 983,5 Mio. €, entsprechend einem Plus von 11,8 %. Der von den Sparkassen vermittelte Anteil am Neugeschäft belief sich dabei auf den neuen Höchstwert von 77 % (Vor-jahr: 73,7 %). Bei der Provinzial Lebensversicherung stieg die vermittelte Produktionssumme der schleswig-holsteinischen Sparkassen 2005 auf 144,8 Mio. €. Ein weiter gesteigerter Anteil von rund 58 % (Vorjahr: 52%) des Neugeschäftes wurde von den Sparkassen vermittelt. Im Sachversicherungsgeschäft erzielten die Sparkassen ein Produktionsvolumen von 4,3 Mio. €, das um 11 % über dem Vorjahr lag.

Schließlich ist auch die Ertragsentwicklung der Sparkassen positiv verlaufen. Der Zinsüberschuss erreichte 2,25 % der durchschnittlichen Bilanzsumme (DBS). Dank eines leicht auf 1,81 % reduzierten Aufwandes konnte sich das Betriebsergebnis weiter auf 1,06 % der DBS erholen. Damit blieb der Verband nur knapp unter dem Durchschnittswert aller Regionalverbände von 1,08 %. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich leicht gegenüber 2004. Auf 100 im ordentlichen Geschäft erwirtschaftete Euro kamen 62,80 € an Aufwendungen, der Zielwert ist 60 €. Die Eigenkapitalrentabilität erreichte 11,1 %. Die Bewertungsaufwendungen im Kreditgeschäft gingen weiter auf 0,44 % zurück.

Die Gesamtentwicklung des Jahres 2005 bestätigt erneut, dass die Sparkassen auch in wirtschaftlichen Schwächephasen zur flächendeckenden Versorgung der Bürger mit geld- und kreditwirtschaftlichen Dienstleistungen bereitstehen. „Dies ist Teil unseres öffentlichen Auftrages, den wir auch in Zukunft erfüllen wollen“, sagte Kamischke. Im Zuge des Wettbewerbs mit Instituten, die keine vergleichbaren Kosten für ein landesweit flächendeckendes Zweigstellennetz zu tragen haben, sei es allerdings unabweisbar, die Präsenz in der Fläche gelegentlich zu konzentrieren.

Aus diesem Grund ging die Zahl der mitarbeiterbesetzten Geschäftsstellen von 391 auf 382 Einheiten im Berichtsjahr leicht zurück. Zusammen mit 107 SB-Zweigstellen sind die Sparkassen an 489 Stellen im Lande vertreten und unterhalten damit mit weitem Abstand ein dichteres Filialnetz als alle privaten Banken zusammen. Die Zahl der Mitarbeiter bei den Sparkassen ging 2005 nur geringfügig zurück. Zum 31.12.2005 beschäftigten die 21 Institute 9.001 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit reduzierte sich die Zahl der Angestellten um 1,4 %.

In einem Ausblick auf den Geschäftsverlauf der Sparkassen im Jahr 2006 äußerte sich Kamischke vorsichtig optimistisch. Die Chancen stünden gut, dass das Wirtschaftswachstum in Deutschland und in Schleswig-Holstein an Fahrt gewinnt. Die Wachstumsprognosen pendeln um 2 %, die außenwirtschaftlichen Bedingungen seien weiter günstig, die Investitionen der Unternehmen, aber auch die private Konsumnachfrage verstärkten sich. Diese wirtschaftlichen Erwartungen dürften sich positiv in den Geschäftsergebnissen der Sparkassen widerspiegeln.
 
Darauf lassen auch die geschäftlichen Daten der Sparkassen in Schleswig-Holstein für die ersten zwei Monate dieses Jahres schließen. So ist die Kreditnachfrage leicht angestiegen – wobei sich das schon bekannte Bild zeigte. Denn einem leichten Rückgang der Ausleihungen an Privatpersonen stand eine Erhöhung der Kreditnachfrage aus dem Kreis der Unternehmen und Selbstständigen gegenüber. Mit ihrer vor wenigen Wochen gestarteten bundesweiten Vertriebsoffensive will die S-Finanzgruppe diesen positiven Tendenzen, vor allem bei den Privatkunden, zusätzlichen Schwung geben.

Die Entwicklung der schleswig-holsteinischen Sparkassen in Zahlen

 

31.12.2005

31.12.2004

Anzahl der Sparkassen

21

22

Geschäftsstellen

489

514

Mitarbeiter/Innen

9.001

9.127

Geschäftsvolumen (in Mrd. €)

36,6

36,4

Bilanzwirksame Kundenkredite (in Mrd. €)

26,6

26,6

Bilanzwirksame Kundeneinlagen (in Mrd. €

20,2

19,8

Zinsüberschuss (in % der DBS)

2,25

2,22

Provisionsüberschuss (in % der DBS)

0,58

0,56

Betriebsergebnis vor Bewertung (in % der DBS)

1,06

0,99

Cost-Income-Ratio (in %)

62,8

64,3

Eigenkapitalrendite (in %)

11,1

7,7

Kontakt:

Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein
Pressesprecher
Faluner Weg 6
24109 Kiel

Tel. 0431/ 53 35 - 506
Fax. 0431/ 53 35 - 589
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