17. Mai 2012

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Pressemitteilung

Stimmungshoch im Norden

09. Mai 2006

Frühjahrsbilanz 2006 des Sparkassen-Tourismusbarometers Schleswig-Holstein

Die Tourismus-Branche in Schleswig-Holstein konnte zum Jahresende 2005 bei den Übernachtungen ein leichtes Plus von 1 Prozent verbuchen – und auch im Januar und Februar 2006 legten diese im Vergleich zu den Vorjahresmonaten um 3,5 bzw. 3,0 Prozent zu. Das sind zwei Ergebnisse aus der Frühjahrsbilanz des Sparkassen-Tourismusbarometers Schleswig-Holstein, die heute in der Sparkassenakademie in Kiel präsentiert wurde.

„Wir sind stolz, gemeinsam mit dem Tourismusverband Schleswig-Holstein, ein solches Marktforschungsinstrument zu ermöglichen, das zu mehr Kundenorientierung und unternehmerischem Handeln führen kann“, sagte Verbandsgeschäftsführer Werner Helms-Rick bei der Begrüßung der rund 150 Gäste. Vor den ersten harten Fakten der Bilanz sprach zunächst Journalist und Buchautor Hajo Schumacher darüber, „warum Touristen die kantigen Nordlichter so lieben“. Sein launiger Vortrag war ein leidenschaftliches Plädoyer für positive Haltung. Ein Fazit: „Die Schleswig-Holsteiner haben zwar nicht den Charme erfunden, aber sie sind echt – und das ist heute durchaus ein Qualitätsmerkmal.“

Im Anschluss daran präsentierte Dr. Mathias Feige von der dwif-Consulting GmbH aus Berlin die Ergebnisse von 2005 und der ersten beiden Monate von 2006. Verantwortlich für das Plus im letzten Jahr, so Feige, seien vor allem die Zuwächse innerhalb des touristischen Campings – mit 250.000 zusätzlichen Übernachtungen. Bemerkenswert: Schleswig-Holstein hat deutliche Zuwächse bei Gästen aus dem eigenen Bundesland, aber auch bei Besuchern aus Niedersachsen und Bremen sowie dem Ausland. Im Jahres-vergleich mit den drei Küstenreiseländern belegt Schleswig-Holstein diesmal die Spitzenposition.

Auch beim Stimmungsbarometer konnte Feige Erfreuliches berichten: Die Zufriedenheit mit der Bilanz 2005 ist bei den Touristikern größer als erwartet. Und: Für 2006 werden die Aussichten deutlich positiver beurteilt. Etwa jeder Zweite erwartet 2006 bei den Übernachtungen einen Zuwachs. Bei den Arbeitsschwerpunkten der Tourismusorganisationen sind die Produkt- und Themenentwicklung (87 Prozent), die Verbesserung des Vertriebs (73 Prozent) und die Qualitätssicherung bzw. -steigerung die dominierenden Themen für 2006.

Darüber hinaus stellte Mathias Feige den Gästen ein neues Monitoring-Modul vor, mit dem die Tourismusentwicklung im Land differenzierter und schneller verfolgt und analysiert werden könnte. 26 Referenzorte, die zusammen gut 50 Prozent der gewerblichen Übernachtungen im Land repräsentieren, müssten dafür quartalsweise eine überschaubare Anzahl an Daten liefern, die dann ein Gesamtbild ergeben. Dazu gehören die Übernachtungsstatistik der vergangenen drei Monate und der Vorbuchungsstand der nächsten Wochen sowie einige Einschätzungsfragen. „Ziel des Frühwarnsystems ist es“, so Feige, „möglichst prompt und genau auf Trends reagieren zu können.“ Der nächste Schritt bei der Umsetzung eines solchen Monitoring-Instruments: die Orte und deren Tourismusbetriebe ins Boot zu holen.

Ausführlich beschäftigt sich das Sparkassen-Tourismusbarometer in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt „Gruppenreisen“, den Markus Seibold von der dwif-Consulting vorstellte. „Auf Bundesebene gehört Schleswig-Holstein immerhin zu den fünf beliebtesten Busreisezielen in Deutschland“, konstatierte der Marktforscher und betonte die Chancen: „Gerade Reisegruppen seien eine zwar inhomogene, aber interessante Zielgruppe, weil sie insbesondere in der Nebensaison die betriebliche Auslastung verbessern und zur Neu-kundengewinnung beitragen können“.
Die Zukunftsaussichten für Teile des Gruppentourismus seien gut, so die Prognose des Marktforschers. Doch wird Schleswig-Holstein als Gruppenreiseziel von den Reiseveranstaltern noch zu wenig wahrgenommen. Hier herrsche eindeutig Nachholbedarf.

Nach einer Diskussionsrunde unter Leitung von Volker Popp, Vorsitzender des Tourismusverbandes Schleswig-Holstein, präsentierte Seibold den zweiten Schwerpunkt des diesjährigen Sparkassen-Tourismusbarometers: die tourismusorientierte Ortsgestaltung.
In diesem Zusammenhang hat das dwif einen umfangreichen Bewertungskatalog zur Analyse von Ferienorten aus der Sicht des Gastes entwickelt. Untersucht werden sollen u. a. der Ortskern und die Fußgängerzone, der Kurbereich, der Strand und unmittelbares Umfeld, die Hafenanlage, die Touristinformation, die Gastronomie und die Infrastruktur. Der Kriterienkatalog kann bis zu 94 Kriterien je Ort umfassen. Nach Durchführung eines Pretests haben die Forscher des dwif im April bereits 32 Orte in Schleswig-Holstein anhand des Kriterienkatalogs unter die Lupe genommen. Positiv bewertet wurden u. a. die Gestaltung der Strand- und Seepromenaden sowie die Stimmigkeit vieler Ortskerne und die Sauberkeit. Bei den Defiziten nannte Seibold den Zustand von einzelnen Gebäu-den und größeren Ferienkomplexen, die das Gesamtbild stören, und fehlende Aufenthaltszonen in verschiedenen Ortskernen. Aus der Vor-Ort-Erhebung wird eine Bilddokumentation enstehen mit positiven und negativen Beispielen – und mit konkreten Hand-lungsempfehlungen für die Ferienorte.

Der nächste große Bericht des Sparkassen-Tourismusbarometers ist bereits in Vorbereitung. Erscheinungstermin: Juli.
Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter http://www.sparkassen-tourismusbarometer-sh.de

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