Sparkassen engagieren sich für den Mittelstand
01. Juli 2008
Mehr Kapital-Kraft für den Mittelstand in Schleswig-Holstein: Gemeinsam mit den Sparkassen und weiteren Kreditinstituten legt das Land Schleswig-Holstein einen mit 30 Millionen Euro ausgestatteten Fonds für Beteiligungskapital auf: „Es gibt immer wieder Unternehmen, die wichtige Zukunftsinvestitionen unterlassen, weil Eigenkapital fehlt und die Betriebe einerseits für die klassische Wirtschaftsförderung zu groß und andererseits für große private Kapitalbeteiligungsgesellschaften zu klein sind. Diese Lücke werden wir mit dem neuen Mittelstandsfonds, der bundesweit Pilotcharakter besitzt, schließen“, sagte Wirtschaftsminister Dietrich Austermann bei Vertragsunterzeichnung am 30. Juni in Kiel.
Die schleswig-holsteinischen Sparkassen begrüßen die Einrichtung des Mittelstandsfonds. Der Fonds sei eine wichtige Hilfe, um die Rahmenbedingungen für die Mittelstandsbetriebe in Schleswig-Holstein zu verbessern. Damit werde gleichzeitig die Attraktivität Schleswig-Holsteins im Standortwettbewerb der Länder und Regionen gesteigert, erklärte der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes, Jörg-Dietrich Kamischke.
Mit der Nord-Ostsee Sparkasse (Nospa), der Sparkasse Mittelholstein AG, der Förde Sparkasse und der Sparkasse zu Lübeck AG sind gleich vier Sparkassen aus vier verschiedenen Regionen des Landes mit insgesamt 40 Prozent am Mittelstandsfonds beteiligt. „Damit möchten wir zum einen die Bedeutung des Fonds als Erweiterung der Förderpalette für die Wirtschaft unseres Landes unterstreichen, zum anderen wollen wir ein Signal setzen, dass es sich hier um einen ‚Schleswig-Holstein-Fonds’ handelt, zu dem die mittelständischen Kunden aller schleswig-holsteinischen Sparkassen Zugang haben“, sagte Kamischke wörtlich.
Adressaten des Fonds sind wachstumsstarke etablierte mittelständische Unternehmen, die ihren Sitz oder eine Betriebsstätte in Schleswig-Holstein haben, seit mindestens fünf Jahren existieren und Jahresumsätze zwischen zehn und 100 Millionen Euro erwirtschaften. Die Beteiligung des Mittelstandsfonds erfolgt dabei in Form von typisch stillen, atypisch stillen, aber auch offenen Kapitalbeteiligungen, wobei die einzelne Beteiligung zwischen 750.000 und 2 Millionen Euro betragen soll.
Der Zustimmung der EU-Kommission für das beihilfefreie Fondsmodell waren zweijährige Verhandlungen vorausgegangen. Neben den vier Sparkassen sind zwei Volksbanken, die Commerzbank sowie die Investitionsbank und die KfW-Bankengruppe an der neu gegründeten „Mittelstandsfonds Schleswig-Holstein GmbH“ beteiligt. Das Land Schleswig-Holstein übernimmt eine Risiko-Bürgschaft. Die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein GmbH, an der die schleswig-holsteinische Sparkassen-Finanzgruppe mit über 30 Prozent beteiligt ist, fungiert im Rahmen der Partnerschaft als Managementunterstützung für die Fondsgesellschaft.