Sparkassen sorgen für Soforthilfe bei Herzinfarkten
28. April 2008
Die Sparkassen in Schleswig-Holstein starten als erstes Unternehmen in Schleswig-Holstein landesweit öffentlich zugängliche Soforthilfen bei Herzinfarkten. In einer beispiellosen Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e.V. (LAG) sollen in einem ersten Schritt 26 Geschäftsstellen der Sparkassen in Schleswig-Holstein mit einem Automatischen Externen Defibrillator (AED) ausgestattet werden. Damit möglichst viele Menschen mit den Geräten umgehen können und für das Thema sensibilisiert werden, sind außerdem Schulungen und Informationsveranstaltungen geplant. Das teilte der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein und die Landsarbeitsgemeinschaft am Sonnabend in Kiel mit.
„Die schleswig-holsteinischen Sparkassen wollen mit gutem Beispiel vorangehen. Wir hoffen, dass von unserem Engagement eine Signalwirkung für andere Institutionen, Behörden, Firmen und sonstige Einrichtungen ausgeht, ebenfalls AEDs an zentralen Orten zu installieren und damit die frühzeitige Sterblichkeit in Schleswig-Holstein effektiv zu verringern“, sagte Jörg-Dietrich Kamischke, Präsident des Sparkassen und Giroverbandes für Schleswig-Holstein, vor den Teilnehmern an der ersten Informations- und Schulungsveranstaltung.
Bei der Suche nach geeigneten Standorten und Einrichtungen, die permanent zugänglich und im Bewusstsein der Bevölkerung allgemein bekannt und vertraut sind, bieten sich die Geschäftsstellen der Sparkassen in besonderer Weise an. Außerdem ist der Zugang auch außerhalb der Geschäftszeiten möglich. Entsprechende Vorrichtungen bei der Installation der AED Geräte können einen Diebstahl und/oder Vandalismus weitgehend ausschließen.
Beim plötzlichen Herztod wird das elektrische System des Herzens kurzgeschlossen, der Herzmuskel beginnt zu flimmern und kann seine Pumpfunktion nicht mehr ausführen. Der Kreislauf bricht zusammen, lebenswichtige Körperfunktionen versagen, nach ca. 10 Minuten ist der Betroffene kaum noch zu retten. Die Herzdruckmassage zur Aufrechterhaltung des Kreislaufs und die Defibrillation des Herzens sind die einzigen effektiven Maßnahmen zur Wiederbelebung.
Die Thematik ist von dramatischer Aktualität; Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems verursachen von allen Krankheitsklassen die höchsten Kosten. 2,8 Mill. Patienten werden jährlich wegen Krankheiten des Kreislaufsystems vollstationär behandelt, mit steigender Tendenz. Mit rund 857.000 Behandlungsfällen war hierbei die koronare Herzkrankheit die häufigste Hauptdiagnose. Durch Herz-Kreislauferkrankungen entstehen dem deutschen
Gesundheitswesen Kosten in Höhe von 35,4 Mrd. Euro. Dies ent-spricht 16 % der gesamten Krankheitskosten in Deutschland. Bei den 65-jährigen und Älteren entfielen 2/3 der Kosten auf Erkrankungen des Kreislaufsystems.
Das von den Sparkassen in Schleswig-Holstein geförderte Projekt ist Bestandteil von Herzintakt – einer Gesundheitsinitiative für Schleswig-Holstein, die auf Anregung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren im Mai 2002 von der Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e.V. ins Leben gerufen wurde. Ähnlich der Aktion „Kampf dem Herztod“ der Björn-Steiger-Stiftung, sollen für Schleswig-Holstein Maßnahmen angeregt, gefördert und durchgeführt werden, die geeignet sind, die frühzeitige Sterblichkeit an der koronaren Herzerkrankung zu verhindern, zu verringern und vorzubeugen.
Ein wesentliches Ziel von HerzIntakt ist deshalb die Förderung der flächendeckenden Versorgung der schleswig-holsteinischen Be-völkerung mit Automatischen Externen Defibrillatoren (AED), so genannte Laien-Defibrillatoren, zur schnellen und wirksamen Hilfe bei einem Herzstillstand.