17. Mai 2012

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Pressemitteilung

Sparkassen zeigen in der Krise ihre Stärke - Keine Kreditklemme für Mittelstand und Privatkunden

08. Mai 2008

Die schleswig-holsteinischen Sparkassen stehen ungeachtet der anhaltenden Krise an den internationalen Finanzmärkten fest an der Seite ihrer Kunden. „Keiner unserer Kunden muss fürchten, wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten in Schwierigkeiten bei  einer Kreditfinanzierung zu kommen.  Das gilt für Unternehmen und Handwerksbetriebe ebenso wie für Selbstständige und Privatkunden“, erklärte der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein, Jörg-Dietrich Kamischke, bei der Jahrespressekonferenz des Verbandes am Mittwoch, 7. Mai 2008 in Kiel.

Die Ausrichtung der Sparkassen auf die Realwirtschaft und das Retailgeschäft habe bisher verhindert, dass die Finanzmarktkrise auf die Wirtschaft vor Ort durchschlagen konnte. Hinzu komme die gute Eigenkapitalausstattung der Sparkassen, die eine Kreditklemme, wie sie vielfach befürchtet wurde, ausschließe. „Einmal mehr zeigt sich in dieser für viele Banken kritischen Phase, dass die Sparkassen ein Hort der Stabilität und wichtig für die Kreditversorgung von Wirtschaft und Verbrauchern in Deutschland sind“, erklärte Kamischke weiter.

Das gelte selbstverständlich auch für die Sparkassen in Schleswig-Holstein. Ihre Eigenkapitalausstattung sei so gut, dass die Institute aktuell Kredite zwischen 16 und 18 Mrd. Euro neu vergeben könnten. Angesichts bestehender Gesamtausleihungen in Höhe von 26,4 Mrd. Euro stehe damit bei den Sparkassen ein Kreditpotential zur Verfügung, das für die Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln der Unternehmen und den Konsumwünschen der privaten Kunden breiten Spielraum vorhalte, erläuterte Kamischke weiter.

Dass die Kunden weiterhin voll und ganz auf ihre Sparkassen vertrauen und zudem eine weiterhin positive Wirtschaftsentwicklung erwarten, lässt die Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2008 erkennen.  So sind die Kredite der Sparkassen an Unternehmen und Selbstständige in diesem Zeitraum um 1,5 % (Vj.: 0,6 %) und die Finanzierungsmittel für den gewerblichen Wohnungsbau immerhin um 2,8 % (Vj.: 2,1%) gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres gestiegen. Bei den privaten Konsumenten scheint sich die Kaufzurückhaltung dagegen noch fortzusetzen. Diese Tendenz ist bei allen Sparkassen im Bundesgebiet zu beobachten. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang aber, dass in Schleswig-Holstein die Nachfrage nach  Wohnungsbaukrediten auch von privater Seite im ersten Quartal 2008 leicht angestiegen (0,7 %) und der lange negative Trend damit offenbar gebrochen ist. - In der Wohnungsbaufinanzierung sind die Sparkassen traditionell stark engagiert.

Ihre führende Position im Geld- und Kreditgeschäft haben die Sparkassen in Schleswig-Holstein auch 2007 unter Beweis gestellt. Dabei entwickelte sich die private Geldvermögensbildung besonders erfreulich. Hier setzte sich mit einem Anstieg um 22,4 % oder 481 Mio. Euro das dynamische Wachstum des Vorjahres fort. Die hohe Nachfrage nach bilanzwirksamen Anlagen hat das Wertpapiergeschäft der Sparkassen nicht gebremst – ganz im Gegenteil. So wurde das bisherige Umsatz-Rekordergebnis des Jahres 2000 im Berichtsjahr nochmals übertroffen und erreichte fast 5 Mrd. Euro.

Die Gesamtsumme aller Kundeneinlagen nahm im Jahr 2007 um 2,3 % oder 474 Mio. Euro auf 21,3 Mrd. Euro zu. Der weit überwiegende Teil der Einlagen entfiel mit 77 % auf Privatpersonen. Hier zeigt sich die starke Bindung der Sparkassen an ihre privaten Kunden.

Das Kreditgeschäft der Sparkassen mit Unternehmen und Selbstständigen im Geschäftsjahr 2007 spiegelt die gute Wirtschaftsentwicklung in Schleswig-Holstein wider. Die Ausleihungen belebten sich und stiegen um 1,5 % gegenüber dem Vorjahr an. Das private Kreditgeschäft war 2007 eine große Herausforderung für die Sparkassen. Auf die lebhafte Konkurrenz der verschiedenen Anbieter von Bankleistungen haben die Sparkassen mit einer Stärkung des Angebots in ihren Geschäftsstellen und mit neuen Produkten reagiert. Sie werden überwiegend gemeinsam im Verbund der Sparkassen-Finanzgruppe, also der Landesbausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg AG und der Provinzial Nord, angeboten. 

So stehen allen Sparkassen seit Ende 2007 so genannte Online-Abschlussmodule für den Sparkassen-Privatkredit zur Verfügung. Mit Hilfe der Sparkassen-Tochter Deutsche Leasing können alle Sparkassen und Autohändler das bundesweit einheitliche neue Produkt Sparkassen-Autokredit nutzen. Des Weiteren setzen die Sparkassen auf eine kräftige Geschäftsbelebung durch eine gezielte Intensivierung der Beratung zum Thema Abgeltungssteuer.

Trotz des weiter verschärften Wettbewerbs im Kreditgeschäft konnten die 17 Sparkassen in Schleswig-Holstein das im Vorjahr erreichte Kreditvolumen in Höhe von 26,6 Mrd. Euro in etwa halten und lagen mit dieser Entwicklung nur geringfügig unter dem Durchschnitt aller Regionalverbände der Sparkassen in Deutschland.

Trotz des harten Wettbewerbs, der auch 2007 vornehmlich über die Konditionen geführt wurde, haben die Sparkassen zwar mit Erfolg gearbeitet, aber wegen der angespannten Zinssituation weniger verdient.  Das Zinsergebnis sank von 773 auf 716 Mio. Euro, der Zinsüberschuss in Prozent der Durchschnittsbilanzsumme (DBS) ging von 2,11 auf 1,97 zurück. Die Sparkassen sehen darin auch eine Investition, um in einem von Konditionen getriebenen Wettbewerb ihren Marktanteil zu behaupten.

Die beachtlichen Erfolge im Wertpapiergeschäft haben sich bei den Sparkassen erneut mit einer Steigerung des Provisionsüberschusses auf 0,64 % der DBS ausgewirkt (2006: 0,60 % der DBS). Als wichtiger Erfolgsfaktor hat sich hier die umfassende Beratung mit dem Sparkassen-Finanzkonzept erwiesen. Dank eines guten Kostenmanagements ist es im vergangenen Jahr gelungen, die Aufwendungen auf 1,78 % der DBS zu verringern (Vj.: 1,79 %), obwohl die Zahl der Mitarbeiter nur geringfügig auf 8.718 (-2%)  zurückging. Nochmals angestiegen ist die Ausbildungsquote, die mit 8,2 % weiterhin auf Rekordniveau liegt. Insgesamt sind die Sparkassen auch in Schleswig-Holstein die größten Arbeitgeber in der Kreditwirtschaft.

Die unverändert starke Position der Sparkassen im Bankenwettbewerb zeigt sich auch in den Ertragszahlen. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 123,6 Mio. Euro. Auf diesen Betrag zahlten die Sparkassen 48,1 Mio. Euro an ertragsabhängigen Steuern. Der   Jahresüberschuss erreichte 75,5 Mio. Euro und belief sich damit - wie im Vorjahr - auf 0,21 % der DBS von 36,4 Mrd. Euro. 

Angesichts der Finanzmarktkrise auf der einen Seite und des verschärften Wettbewerbs mit branchenfernen Anbietern auf der anderen Seite kommt es für die Sparkassen darauf an, die Zufriedenheit ihrer Kunden weiter zu verbessern und durch attraktive Produkte und gute Beratung das Marktpotential noch stärker auszuschöpfen. „Wer zufriedene Kunden hat und hohe Marktdurchdringung erzielt, wird auch betriebswirtschaftlich Erfolg haben“, sagte Kamischke wörtlich. 

Dazu gehörten im Jahr 2007 auch die weitere Optimierung des Verbundgeschäfts sowie mehrere Zusammenschlüsse von Sparkassen. So haben sich mit Wirkung vom 1. Januar 2007 die Sparkassen in Kiel, Eckernförde und Plön zur Förde Sparkasse zusammengeschlossen. Zum 1. August 2007 fusionierte die Sparkasse Büdelsdorf mit der Sparkasse Mittelholstein AG in Rendsburg. Dadurch ging zwar die Zahl der Sparkassen im Jahresverlauf von 20 auf 17 zurück – nicht aber die Zahl der Geschäftsstellen. Mit 349 mitarbeiterbesetzten und 135 SB-Geschäftsstellen unterhalten die Sparkassen unverändert ein dichteres  Filialnetz als alle privaten Banken zusammen. Statistisch gesehen kommt auf 8.100 Einwohner im nördlichsten Bundesland eine Sparkassen-Zweigstelle mit persönlicher Betreuung.

Neben der landesweit flächendeckenden Präsenz beruht die führende Marktposition der Sparkassen ganz wesentlich auf der Strategie, im Verbund mit ihren Partnern ein umfassendes Angebot an Finanzdienstleistungen über das Vertriebsnetz aller Partner anzubieten und dadurch Marktpotentiale bestmöglich auszuschöpfen.   

Zur weiteren Stärkung ihrer Marktposition auf dem Bausparkassensektor durch Intensivierung der Marktbearbeitung und der Zusammenarbeit haben der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein und die HASPA Finanzholding zum 1. Januar 2007 ihre Tochterunternehmen LBS Landesbausparkasse Schleswig-Holstein AG und die LBS Bausparkasse Hamburg AG fusioniert. Das neue Institut firmiert als „LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg AG“ und betreute Ende 2007  506.285 Verträge mit einer Bausparsumme von 12,36 Mrd. Euro (Vorjahr: 12,24 Mrd. Euro).

Schon im ersten Geschäftsjahr hat die Bündelung der Kräfte die führende Stellung der neuen LBS  weiter gestärkt und das Kreditgeschäft der LBS kräftig belebt. Die Zusagen an Bauspardarlehen sowie Vor- und Zwischen-Finanzierungen stiegen um rund 12 Prozent auf 196 Mio. Euro. Der Anteil des von den Sparkassen im Rahmen der Finanzierung aus einer Hand vermittelten Kreditgeschäfts stieg von 40,4 % auf 50,9 %.

Auch der Verbund mit den Provinzial Versicherungen hat sich im vergangenen Jahr erneut bewährt. So nahm die Zahl der von den Sparkassen vermittelten Lebensversicherungen um 16,5 % auf 33.151 zu. Das Volumen der an die Sparkassen-Tochter Deutsche Leasing AG vermittelten oder für sie direkt abgeschlossenen Verträge hat sich ebenfalls kräftig um 13,6 % nach der Anzahl und um 7,5 % in der Beitragssumme erhöht.

Neben der Steigerung des Qualitäts- und Produktionsniveaus ist die Reduzierung von Kosten ein weiteres vordringliches Ziel der Sparkassen zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. So arbeiten der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein, die HASPA Finanzholding und die Finanzholding der Sparkasse in Bremen in der gemeinsamen Tochtergesellschaft Norddeutsche Retail Service AG - kurz NRS -  zusammen, um durch Bündelung gleichartiger Funktionen Synergieeffekte zu heben. Das im Jahr 2006 gegründete Unternehmen soll die beteiligten Institute von kundenfernen „Back-Office“-Tätigkeiten entlasten, damit sie sich auf das Vertriebsgeschäft vor Ort konzentrieren können.

Nach der Sparkasse Südholstein, die seit 2006 Dienstleistungen der NRS in Anspruch nimmt,  wurden kürzlich Aufgaben der Sparkasse Mittelholstein AG (Rendsburg) im Bereich Marktservice von der NRS übernommen. Derzeit ist die NRS mit drei weiteren schleswig-holsteinischen Sparkassen im Migrationsprozess. Als erste von ihnen kommt im Mai dieses Jahres die Sparkasse zu Lübeck AG als weiterer Kunde der NRS hinzu.

Im ersten vollen Jahr ihrer Geschäftstätigkeit hat die NRS Umsatzerlöse in Höhe von 78,2 Mio. Euro erzielt. Darin sind die Umsätze der NRS AG sowie der beiden Tochtergesellschaften Kreditservice-Center GmbH (KSC GmbH) und Zahlungsverkehrs- und Transaktionsservicegesellschaft mbH (ZVS GmbH) enthalten. Insgesamt ergibt sich ein über den Erwartungen liegender Jahresüberschuss von gut 2,2 Mio. Euro.

Mit ihrem gemeinnützigen Engagement sind die Sparkassen – neben der öffentlichen Hand - die wichtigsten landesweit tätigen Förderer in allen Bereichen der Gesellschaft und Regionen des Landes. Insgesamt wendeten die Sparkassen und ihr Verband direkt oder über ihre mittlerweile 50 Stiftungen im Jahr 2007 17,4 Mio. Euro an Spenden und Förderbeiträgen für gemeinnützige Projekte in Schleswig-Holstein auf.

Im Zentrum des Engagements der Sparkassen und ihres Verbandes stand auch 2007 die Fortsetzung der traditionellen Förderung des Schleswig-Holstein Musik-Festivals.  Aber  auch in der breit angelegten Förderung von Kunst und Kultur zeigten die Sparkassen ihre besondere Verantwortung für das Gemeinwohl. Bei den Wettbewerben ‚Jugend musiziert’ und ‚Schüler lesen platt’ genauso wie bei der Museumscard oder dem Stark-Preis waren die Sparkassen Initiator,  Motor und Förderer. Das gilt gleichermaßen für zahlreiche Projekte im Bereich des sozialen Bürgerengagements wie z. B. beim gemeinsam mit dem Landtag vergebenen Bürgerpreis ‚für mich.für uns.für alle.’ und dem Sozialpreis der Sparkassenstiftung.       

Auch im laufenden Jahr werden die Sparkassen, teils allein, teils im Rahmen der Sparkassen-Finanzgruppe, ihr besonderes Engagement für das Gemeinwohl fortsetzen. So unterstützen sie z. B.  als Hauptsponsor die erste Landesgartenschau in Schleswig-Holstein, sowie den Schleswig-Holstein-Tag in Neumünster.

Für 2008 gehen die Erwartungen in Richtung auf eine Belebung des privaten Konsums. Da neue fiskalische Belastungen in 2008 für die Verbraucher nicht zu erwarten sind und die verfügbaren Einkommen nicht mehr stagnieren, gehen auch die Sparkassen in Schleswig-Holstein von einer Steigerung der privaten Nachfrage aus. Diese günstigen Voraussetzungen wollen die Sparkassen aktiv durch eine Intensivierung der Marktbearbeitung und neue Produkte nutzen. 

In den derzeit noch laufenden Gesprächen der Anteilseigner der HSH Nordbank über Maßnahmen zur Erhöhung des Eigenkapitals an der Bank erwartet der Verband eine baldige Verständigung im Kreis der Eigentümer über das weitere Vorgehen.   

Kontakt:

Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein
Pressesprecher
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