Museumscard 2015 mit stärkster Beteiligung seit Gründung vor zehn Jahren

Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche

„Da sind wir Überzeugungstäter“, sagte Peter Horter, Vorsitzender der Stiftung Maschinenmuseum Kiel Wik und dessen Leiter anlässlich der MuseumsCard-Präsentation in seinem Hause am 12. Juni 2015. Sein Blick geht auf die Jugendlichen, mehr noch sogar auf die Kinder. „Den größten Erfolg haben wir in den Grundschulen“, stellte er fest. Dann würden sich die Kinder noch für Technik interessieren – mit eventueller Langzeitwirkung. „In der Pubertät ist es oft schon zu spät“, so seine Erfahrung.
 
Für Horter war es glasklar, bei der MuseumsCard mitzumachen, Jungs und Mädchen für das Maschinenmuseum zu begeistern. In mehr als 25-jähriger ehrenamtlicher Arbeit haben die Initiatoren, zu denen auch er zählt, in Kiel Wik einen Ort der Technikgeschichte entwickelt, die auch technischen Laien komplizierte Maschinentechnik erklären kann. „Für uns ist die MuseumsCard eine große Chance. Sie könnte den entscheidenden Impuls bei einigen Besuchern geben und uns ermöglichen, später einmal wieder mehr auf Fachkräfte zurückgreifen zu können“, so Horter.
 
Auch Reinhard Boll ist begeistert: „Die MuseumsCard erweist sich in jedem Jahr erneut als eine echte Erfolgsgeschichte“, so der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein. Angefangen habe man vor zehn Jahren mit 16, nun seien es 80 Museen, die mitmachten. Der Sparkassen- und Giroverband sei von Anbeginn dabei, aus gutem Grund: „Kulturelle Bildung darf nach unserer Auffassung nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen“, so Boll. Es sei ein für alle zugängliches Angebot – auch für jene, die es sich nicht leisten könnten, in den Urlaub zu fahren oder mit mehreren Kindern ein Museum zu besuchen. Die Sparkassen als größte nicht-staatliche Kulturförderer seien gerne Partner dieser Aktion und würden es auch in Zukunft bleiben.
 
Neben den Sparkassen ist auch das Ministerium für Justiz, Kultur und Europa bei der Finanzierung der MuseumsCard dabei. Staatssekretär Dr. Schmidt-Elsaeßer: „Das Land möchte möglichst vielen Menschen kulturelle Erfahrungen ermöglichen und fördert deshalb gern die MuseumsCard.“
 
Das freut auch Gymnasiallehrer Winfried Zeretzke so, der mit der Klasse 5a der Ricarda-Huch-Schule in die Wik gekommen ist, um bei der Präsentation dabei zu sein und die ersten der 95.000 MuseumsCards in Empfang zu nehmen. „Eine tolle Gelegenheit für Kinder, in den Sommerferien die verschiedensten Museen kostenlos zu besuchen“, sagt er. Eltern und Lehrer müssten den Anstoß geben, dann würde die Schwelle zu einem Museumsbesuch leichter überschritten werden. Nicht in jedem Elternhaus sei ein Museumsbesuch selbstverständlich.  Am 1. Juli 2015 kann es losgehen. Bis zum 1. November 2015 können Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren kostenlos 80 Museen in Schleswig-Holstein und Süddänemark besuchen. Die MuseumsCard gilt in gedruckter Form oder als App als Eintrittskarte, am 22. und 29. Oktober 2015zusätzlich als Freifahrtschein in allen Bussen und Bahnen von NAH.SH, dem Nahverkehr in Schleswig-Holstein.
 
Erhältlich ist die MuseumsCard in Sparkassen, Museen, Büchereien, Jugendverbänden, dem Landesjugendring sowie in vielen Tourist-Informationen. Alles über die Museumscard ist auf der Seite www.meine-museumscard.de zu finden. Und es gibt sogar etwas zu gewinnen. Wer am Gewinnspiel teilnimmt und seine von den Museen abgestempelten Karten einreicht, kann beispielsweise eine Übernachtungsreise gewinnen, zum Beispiel einen Mini-Urlaub für vier Personen in Schleswig-Holstein oder ein Wochenende zu zweit auf Sylt.
 
Für die Besucher in Kiel Wik wurde es nach dem offiziellen Teil erst einmal bodenständig: Auf dem Außengelände zeigte Peter Horter, wie man früher einmal einen Trecker in Betrieb nahm und startete – nach Vorwärmzeit mit der Glühlampe – einen 70 Jahre alten Lanz-Bulldog. Der Funke sprang über: So schnell, wie die Jugendlichen die Kabine stürmten, konnte man kaum gucken.